Dosierungsempfehlungen für Heilpflanzen und Kräuter für Hunde

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HINWEIS: Alle Texte sind sorgfältig recherchiert, sie sollten bei jeder Krankheit ihres Tieres immer einen Tierarzt aufsuchen und ihr vorhaben mit ihm besprechen. Dies ist ein rein informativer Beitrag und soll sie nicht zur Behandlung ihres Tieres ohne Tierheilpraktiker oder Allgemein med. Tierarzt auffordern. Es ist aber sinnvoll sich zu informieren und ihren Tierarzt zu unterstützenden Heilkräutern befragen.

Dosierungsempfehlungen :

Futterzusatz (frisch oder getrocknet)

Die Anwendung von frischen Kräutern wäre natürlich die erste Wahl, da die Heilwirkung hier am größten ist. Diese sind allerdings i. d. R. nur erhältlich, indem man sie selber sammelt. Dazu gehört einiges an Fachkenntnis, die sich nicht jeder aneignen möchte. Frische Kräuter können in gehackter oder pürierter Form problemlos dem Futter zugefügt werden. Bei besonders bitteren Kräutern kann man diese mit etwas Honig mischen. Salbei oder Fenchel lassen sich z. B. auch gut zu einem Kräuterhonig verarbeiten, indem man die gehackten oder getrockneten Kräuter mit dem Honig übergießt. Fenchelhonig ist ein tolles Hustenmittel, auch für Hunde. Ein solcher Kräuterhonig ist sehr lange haltbar.

Salben

Salben können ebenfalls sehr leicht selber hergestellt werden und eignen sich z.B. zur Wundbehandlung. Kühl gelagert sind Salben sehr lange haltbar. Für die eigene Herstellung gibt man etwa 200g Vaseline und 2 EL gewaschene Heilkräuter in einen Kochtopf. Diese Mischung wird unter rühren aufgekocht und für einige Minuten geköchelt. Nach dem abkühlen und abseihen in ein verschließbares Glas abfüllen und am besten im Kühlschrank aufbewahren.

Kräuteröle

Diese eignen sich besonders zur äußerlichen Anwendung, wie z.B. als Einreibung bei Verletzungen (z.B. Verstauchung) oder zur Massage. Auch Kräuteröle können leicht selber hergestellt werden. Man nimmt etwa 3 Tassen gewaschene Kräuter und gibt diese in ein dunkles, verschließbares Glasgefäß (1L). Nun füllt man diese mit Sonnenblumen- oder Olivenöl auf und lagert die Mischung etwa 4 Wochen an einem sonnigen Ort (1 x tägl. Schütteln). Zum Schluss absieben und an einem dunklen Ort aufbewahren. Dieses Öl ist etwa 1 Jahr haltbar

Kräuter frisch und getrocknet

Gewicht des HundesFrische KräuterGetrocknete Kräuter
5 kg1 Teelöffel1/2 Teelöffel
15 kg1 Esslöffel1 Teelöffel
30 kg1-2 Esslöffel1/2 – 1 Esslöffel
über 30 kg2 – 4 Esslöffel1-2 Esslöffel

Kräuter als Tinktur

Gewicht des HundesTinktur
5 kg1 – 2 Tropfen 2 bis 3 mal täglich
15 kg2 – 4 Tropfen 2 bis 3 mal täglich
30 kg3 – 5 Tropfen 2 bis 3 mal täglich
über 30 kg5 – 6 Tropfen 2 bis 3 mal täglich

Kräuter als Tees

GewichtFertiger Tee
5 kg1 Teelöffel 2-3 mal täglich
15 kg1 Esslöffel 2-3 mal täglich
30 kg1-2 Esslöffel 2-3 mal täglich
über 30 kg2-3 Esslöffel 2-3 mal täglich

Kräuteröle

Diese eignen sich besonders zur äußerlichen Anwendung, wie z.B. als Einreibung bei Verletzungen (z.B. Verstauchung) oder zur Massage. Auch Kräuteröle können leicht selber hergestellt werden. Man nimmt etwa 3 Tassen gewaschene Kräuter und gibt diese in ein dunkles, verschließbares Glasgefäß (1L). Nun füllt man diese mit Sonnenblumen- oder Olivenöl auf und lagert die Mischung etwa 4 Wochen an einem sonnigen Ort (1 x tägl. Schütteln). Zum Schluss absieben und an einem dunklen Ort aufbewahren. Dieses Öl ist etwa 1 Jahr haltbar

Kräutersäckchen

Solche können sowohl als Auflage genutzt werden, als auch z.B. im oder unter dem Hundekörbchen ihre Wirkung entfalten. Man kann hierfür entweder einen kleinen Leinenbeutel (selber nähen oder fertig kaufen) nutzen, oder einfach auch ein Nickituch oder Taschentuch verwenden. Für eine Auflage nimmt man 1-2 Handvoll frische oder getrocknete Kräuter und füllt diese in den Leinenbeutel. Dieser wird nun etwa 15 Minuten in einen Topf mit Wasser gehängt und gekocht. Nun wird das Säckchen auf eine vom Hund akzeptierte Temperatur abgekühlt und dann eine Weile (optimal wären 30 Minuten) auf die entsprechende Körperstelle gelegt. Auflagen können z.B. bei Bauchweh, Rheuma, oder auch Muskelschmerzen hilfreich sein. Als Insektenschutz, oder z.B. auch um beruhigende Wirkung entfalten zu können, werden einfach die entsprechenden getrockneten Kräuter in ein Leinensäckchen gefüllt und im oder unter dem Hundekörbchen deponiert.

Aromatherapie

Vor allem in der Verhaltenstherapie, aber z.B. auch bei Erkrankungen der Atemwege findet auch bei Hunden die Aromatherapie immer mehr Anwendung. Die in der Aromatherapie angewendeten ätherischen Öle können z.B. bei Energieblockaden einwirken und Verkrampfungen auflösen. Besonders wichtig ist darauf zu achten, dass die empfindliche Hundenase nicht gestört wird. Genutzt werden können sowohl Duftlampen, als auch Zerstäuber (diese z.B. zur Parasitenabwehr). Zur Verhaltenstherapie kann z.B. auch ein Nickituch mit einem beruhigenden Duftspray eingesprüht und dem Hund um den Hals gebunden werden.

Allgemeines zur Anwendung

Die Dauer der Anwendung richtet sich immer nach den jeweiligen Beschwerden und nach den verwendeten Heilpflanzen. Zu therapeutischen Zwecken sollte ein Heilkraut mindestens zwei Wochen angewendet werden, höchstens jedoch 6 Wochen. Auch die Verträglichkeit kann individuell abweichen. Dabei muss individuell entschieden werden, welche Heilpflanze die richtige für den Hund ist. Mag der Hund die Kräuter nicht fressen, kann man probieren, diese in besonders schmackhaften Futtermitteln (Leberwurst) zu verstecken. Auch die Mengen, die hilfreich sind, können je nach Hund variieren.


Die Wirkstoffe der Heilpflanzen

Die spezifischen Inhaltsstoffe der Pflanzen sind die Grundlage ihrer verschiedenen Wirkweisen. Auch ein wichtiger Faktor ist die Kombination vieler Wirkstoffe, da immer mehrere Wirkstoffe zusammen die heilende Wirkung ausmachen. Die Substanzen entstammen dem sekundären Stoffwechsel der Pflanzen. Pflanzen benötigen die sekundären Pflanzenstoffe zum Überleben (Schutz vor Sonneneinstrahlung, Fressfeinden, etc.). Der primäre Stoffwechsel ist die Photosynthese. Die Wirkstoffe können in verschiedene Gruppen unterteilt werden:

Ätherische Öle

Ätherische Öle sind in vielen Pflanzen enthalten, verarbeitet werden meist jedoch die Pflanzen, welche sich durch einen hohen Gehalt auszeichnen, der zwischen 0,1 und 10 Prozent liegt. Ihre Zusammensetzung besteht aus Stoffgemischen, die teilweise aus über 100 verschiedenen Bestandteilen zusammengesetzt sind. Ihre Heilwirkung basiert meist aber auf einem Hauptbestandteil. Typisch ist natürlich ihr starker Geruch, sie wirken entzündungshemmend, harntreibend, antibakteriell, antirheumatisch, krampflösend, verdauungsregulierend, durchblutungsfördernd, Auswurf fördernd, antiparasitär und ausgleichend. Bei Hunden sollten ätherische Öle aufgrund ihres ausgeprägten Geruchssinns vor allem in der Aromatherapie sehr behutsam eingesetzt werden. Einige ätherische Öle reizen stark die Schleimhäute von Hunden.

Alkaloide

Diese Stoffe haben eine starke Wirkung und sind meist giftig. Viele Alkaloide haben ihren festen Platz in der Schulmedizin, wie z.B. Codein oder auch Morphin. Aufgrund der starken Wirkungen ist von einer Selbstmedikation mit Alkaloiden dringend abzuraten.

Bitterstoffe

Bitterstoffe haben einen bitteren Geschmack und regen die Sekretion von Magensaft, Speichel und Galle an. Sie werden bei Magenbeschwerden und Appetitlosigkeit eingesetzt. Aufgrund ihrer kräftigenden Wirkung auf den gesamten Organismus finden sie auch bei Erschöpfungszuständen Anwendung.

 Scharfstoffe

Diese sind hauptsächlich in Pflanzen enthalten, die wegen ihrem scharfen Geschmack gerne zum Würzen verwendet werden. Ihre Wirkung liegt im Bereich von Haut und Schleimhäuten und wird durch heftige Reaktionen der Schmerz- und Thermorezeptoren in diesen Bereichen versursacht. Sie werden als Salben und Tinkturen angewendet und können eine Schmerzreduktion bewirken, die örtliche Durchblutung wird angeregt. Innerlich haben sie eine kreislauf- und verdauungsregulierende Wirkung.

Saponine

Saponine heißen so wegen ihrer seifenähnlichen Wirkung (Sapo=Seife), sie können wegen ihrer starken Oberflächenaktivität hartnäckigen, zähen Schleim verflüssigen. Früher wurden Pflanzen, die Saponine enthalten, oft als Waschmittel eingesetzt. Saponine wirken sekretionsanregend, Auswurf fördernd und entzündungshemmend. Eingesetzt werden sie zur Blutreinigung, Entzündungshemmung und natürlich, um die Bronchien von zähem Schleim zu befreien. Saponine dürfen nicht bei Blutungen und Geschwüren im Verdauungstrakt angewendet werden, da sie so in die Blutbahn gelangen könnten. Bei Überdosierung kann es zu Brechreiz kommen!

 Glykoside

Glykoside sind Substanzen mit Molekülen, die einen zuckerhaltigen Teil (Glykon) und einen zuckerfreien Teil (Genin) haben. Je nach der Beschaffenheit des Genins werden sie in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt. So können sie herzstärkende Wirkung haben, abführende Wirkung oder auch eine hormonähnliche Wirkung.

Gerbstoffe

Durch ihre Eiweiß verhärtende Wirkung können Gerbstoffe eine Schutzschicht auf entzündeter Haut oder Schleimhäuten bilden. So können sie Krankheitserregen die Lebensgrundlage nehmen. Meist werden Gerbstoffe zur äußerlichen Behandlung eingesetzt. Bei Entzündungen im Magen-Darm-Trakt kommen sie auch innerliche zur Anwendung. Bei Alkaloid- oder Schwermetallvergiftung können sie als Gegengift eingesetzt werden.

Pflanzenschleime

Dies sind Kohlenhydrate, die in Verbindung mit Wasser quellen und so dickflüssige Lösungen bilden. Sie können auf wunder, gereizter Haut oder auch auf Schleimhäuten einen Schutzfilm bilden. Anwendung finden sie bei schwerwiegenden Magen-Darm- oder Stoffwechselerkrankungen, vor allem aber bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum oder im Magen.

Mineralien, Spurenelemente und Vitamine

Auch solche essentiellen Nährstoffe finden sich in den Pflanzen. Diese sind wichtig für Stoffwechselvorgänge, Körperaufbau und Immunsystem. Beim Einsatz von Pflanzen zur Nährstoffversorgung sollten aber nie die therapeutischen Wirkungen außer Acht gelassen werden, die diese Pflanze durch ihre weiteren Wirkstoffe haben kann.

Anwendungsformen

In der Tierheilkunde werden Heilpflanzen nach verschiedenen Anwendungsformen unterschieden:

  • Rezeptierung: Hierbei wird nach Angabe eines Therapeuten oder einer fachkundigen Person eine Mischung von Heilpflanzen zusammengestellt, die der Therapie einer bestimmten Erkrankung /Problematik dienen soll.
  • Ergänzungsfuttermittel: Verschiedene Fertigmischungen werden angeboten, die die körpereigenen Selbstheilungsprozesse unterstützen sollen, die Besiedlung mit krankmachenden Keimen hemmen sollen und den Organismus gemeinhin in seinen Funktionen unterstützen sollen. Pflanzen, die hierbei gerne Anwendung finden sind z.B. Kamille, Petersilie, Salbei, Spitzwegerich oder auch Thymian.
  • Fertigarzneimittel: Sogenannte Phytopharmaka (zugelassene Arzneimittel die auf Pflanzen basieren) werden zu therapeutischen Zwecken eingesetz

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