Hundeerziehung Trend 2020 Wattebäuschchenwerfer
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Hundeerziehung Trend 2020 Wattebäuschchenwerfer

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Kleines Gedankenexperiment zu Anfang. Man stelle sich vor, man kommt auf eine Insel auf der die Menschen eine andere Sprache sprechen. Um sich dort einzufinden müsste man die Gepflogenheiten der dortigen Menschen lernen. Erst einmal versucht man es mit den gelernten Höflichkeiten. Unter Umständen geht man auf einen anderen Menschen zu und reicht ihm die Hand zur Begrüßung. Direkt wird man von dem Menschen angepöbelt und nachdem man sich nicht mehr bewegen mag, bekommt man plötzlich einen Bonbon in den Mund.

So ist der Alltag oftmals aus der Sicht vieler Hunde

Was bedeutet es ein gut sozialisierter Hund in unser Gesellschaft zu sein? Viele Hundebesitzer meinen dazu gehört Welpenschule im Anschluss Hundetrainer.

Fakt: In vielen Fällen bedeutet Alltag aus der Sicht eines Hundes, sich so zu benehmen wie wir Menschen es als gut befinden und unter sozialisiert verstehen leider noch viele Menschen den “Kurshund”!

Wir gehen noch kurz auf einige Punkte der Sozialisierung ein bevor wir zu dem Problem eines neuen Trends kommen.

Wie sozialisieren wir denn unseren Hund richtig?

Geben wir bei google Sozialisierung & Hund ein bekommen wir folgendes Ergebnis

Definition „Sozialisierung“ Meistens bedeutet Welpen sozialisieren, dass der Welpe in den ersten Wochen möglichst viel kennen lernt, zum Beispiel andere Menschen, Hunde, aber auch Situationen, Geräusche und sonstige neue Eindrücke.

Dies bedeutet nichts anderes als, geht mit dem Hund raus, damit er keine Angst mehr vor Umgebungsgeräuschen oder anderen Menschen hat. Aber Moment!!! das Wort Hund ist fett gedruckt, warum?

Das ist ganz einfach nachzuvollziehen, gehen wir zurück auf unser Insel-Beispiel. Wir sind also auf unserer Insel wo nur Menschen mit anderer Sprache und Kultur leben. Ist es dann richtig den Menschen in diese Gruppe zu setzten und zu sagen: “Du bist da jetzt drin und musst die anderen Menschen gleich verstehen, schließlich bist du ja auch ein Mensch?” Würde das beim Menschen verschiedener Herkunft funktionieren? Wissen wir Menschen ob Hunde alle die gleiche Sprache sprechen? Nein, wir wissen es nicht und lasst euch auch keinen anderen Quark erzählen!

Wir haben Berufe geschaffen, die sich mit diesen Themen auseinander setzten, aber selbst Hundeverhaltens-Forscher die ein und das selbe Video ansehen, interpretieren es nicht in allen Punkten gleich.

Also was kann man tun um einen Hund richtig zu sozialisieren? Wer bis hier gelesen hat, dem ist wohl schon klar, dass ein Mensch bei der Sozialisierung erst einmal nur zwei Dinge tun kann. Den Hund an Umgebungsgeräusche wie Autos & U-Bahn und andere Menschen gewöhnen und noch viel wichtiger eine auf vertrauen basierte ehrliche und eine echte Beziehung aufbauen. Der Welpe muss erst einmal dem Mensch vertrauen, weshalb es auch unsinnig ist mit einem Welpen in eine Welpenschule zu gehen, wo ggf. andere Hundewelpen sind die ihn verkloppen oder ärgern oder ähnliches und wir Menschen, diese Hunde und deren Macken gar nicht lesen können. Am Anfang braucht dein Welpe dich & die Umwelt mehr nicht.

Erst wenn dein Welpe dir vertraut und folgt , was einige Wochen dauern kann, kommen andere Hunde ins Spiel.

Erfahrungsbericht

Mein erster Welpe war ein “Amerikanischer Collie”. Es war die Katastrophe mit diesem Colliewelpen bei unseren Rundgängen ungestört voran zu kommen. Während Sparziergängen standen wir alle zwei Meter still, weil jeder ihn streicheln wollte. Damals fand ich das zunächst toll, schließlich war ich stolz und er unglaublich süß, die Konsequenzen eines Fehlverhalten meinerseits waren mir überhaupt nicht bewusst. Es kam mir so vor, als würde jeder Mensch denken, dass mein ganz normaler Welpe Lessie der TV-Star war. Es ging sogar soweit, dass Menschen ihn ungefragt streichelten. Kaum drehte ich mich eine Sekunde weg, hingen Finger an meinem Welpen.

Später lernte ich aus der Erfahrung, dass sowas gar nicht gut ist.

Mein Welpe war irgendwann fest überzeugt, dass es normal sei mit jedem Menschen körperlichen Kontakt aufzunehmen. Was zur Folge hatte, das mein darauf älter werdender Junghund dachte, er könnte mit jedem Menschen kuscheln, wann er will. Das fanden die Menschen bei einem großen Collie (ein Amerikanerischer Collie wird ziemlich groß), dann nicht mehr toll. Vor allem nicht, wenn er sich aus dem nichts an jemanden der nah kam anschmiegte und ihn vollhaarte. Ein ausgewachsener Hund ist halt nicht mehr so süß und dann wurde es den Menschen lästig. Die negativen Überreaktionen mancher Menschen möchte ich gar nicht detailliert ausführen.

Klar hab ich ihm das dann mühsam wieder abtrainiert, aber aus Erfahrung wird man klug!

#Sandra Toedt
Was kann man aus diesem Erfahrungsbericht lernen?

Man sollte sehr gut überlegen, wann und in welcher Situation der Kontakt mit Menschen & Hunden angebracht ist. Ein Hunde sollte außerhalb der Wohnung andere Menschen möglichst ignorieren. Sollte ein Mensch freundlich auf ihn zugehen, darf er natürlich gekuschelt werden. ABER ACHTUNG: Menschenkontakte bei denen er von Fremden komplett ignoriert wird sind mindestens genauso wichtig.

Die Sprache der Hunde & Sozialisierung

Die Sprache der Hunde kann nur ein souveräner, stabiler, gesunder und aufgeschlossener Hund deinem Welpen beibringen. Kein anderer Welpe, der die Sprache genauso wenig beherrscht, auch kein Junghund der gerne seine Grenzen austestet und selbst dafür noch von ausgewachsenen Hunden einen über die Rübe gezimmert bekommt. Das bedeutet auch gleichsam, dass der unwissende Welpe auf der Sprache der Hunde erzogen wird und ein Hund wirft nicht mit Wattebäuschen, wenn er einen Welpen erzieht.

Wir Menschen können Welpen in der Hundesprache nicht erziehen und sollten das auch nicht versuchen, es wird nicht funktionieren.

Der Mythos Welpenschutz

Wieder fragen wir google, was ist Welpenschutz.

Welpenschutz besagt, dass Welpen angeblich bei älteren Hunden eine weitreichende „Narrenfreiheit“ hätten, von ihnen nicht angegangen und nicht verletzt würden; für menschliche Beobachter stelle sich diese Zurückhaltung als biologisch-sozial bedingte Toleranz dar.

Die Wissenschaft sagt im Gegensatz dazu:

Es gibt bei Hunden vermutlich eine Art Welpenschutz, aber dieser ist sehr begrenzt. Er gilt ausschließlich im eigenen Rudel und wurde bei Wölfen nur innerhalb der ersten acht Lebenswochen beobachtet.

Fakt: Euer Welpe hat keinen Welpenschutz! Es sollte heißen, schütze deinen Welpen!

Ihr seid diejenigen die entscheiden, welcher Hund eurem Welpen diese Sprache beibringt, doch müsst ihr dabei verstehen, dass euer kleiner Racker ggf. auch mal über die Stränge schlägt. Was ihr dann später mit einem Junghund, besonders bei Rüden, noch häufiger erleben werdet.

Wenn euer Welpe mal quickt, weil er überrannt wird, ist das absolut nichts daramatisches. Wenn euer Welpe knurrt und fraucht wie eine Katze, net schlimmt. Er lernt und das täglich, wie ein Kind. Es ist dadurch kein aggressiver Hund bei Hunderassen wie Shar-Pei oder Boxpei ist so ein knurrender Welpe gar nicht untypisch. Euch sollte dabei nur klar sein, dass wenn er Schutz hinter eurem Bein sucht, ihr die anderen Hunde auch mal wegschieben dürft. Liebevoll schieben, nicht treten oder selbst Handgreiflich werden. Einfach wegschieben oder mit eurem Welpen den Platz verlassen.

Denn ihr seid der Welpenschutz, den er mitbringt.

Fazit: Sucht euch die Hunde aus, die mit eurem Welpen zutun haben, ist euch ein Hund suspekt, dann geht.

NUN ZUM PROBLEM

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Wir nehmen wieder ein menschliches Beispiel:

Auf dem Kinderspielplatz sitzen der kleine Kevin und klein Jaqueline zusammen im Sandkasten. Jaqueline ist heute nicht gut drauf. Vielleicht hat sie ernsthafte Probleme oder vielleicht ist sie nur ein Kind, dass mal die Grenzen testen möchte. Wie auch immer, Jaqueline nimmt Kevin den Spieleimer weg. Kevin reagiert natürlich dementsprechend angefressen. Er nimmt seine Schaufel und haut Jaqueline auf den Kopf.

Jaqueline heult und Kevin macht weiter. Irgendwann wird es Kevin zu doof, weil die blöde Jaqueline immer noch nicht den Eimer raus rückt. Er hört mit dem Schlagen auf und rennt angefressen weg. In dem Moment ertönt ein lautes „Super! Fein!” und der Kevin bekommt ein Bonbon in den Mund geschoben.

Wer würde das als Erziehung bezeichnen? Unter Hundehaltern durchaus eine mittlerweile übliche Begebenheit, wenn man Kevin und Jaqueline als Hunde sehen würde, der Spieleimer ein Ball wäre und das Bonbon ein Leckerchen.

Für den „Otto-normal-Hundehalter“ völlig abwegige Gedankengänge. Für die moderne Hundeerziehung dagegen völlig normal.

Was ist die moderne Hundeerziehung

Hunde werden ausschließlich mit positiven Verstärkern (sprich Lob, Spiel, Futter oder was der Hund sonst so gerne macht) erzogen und bei jedem Verhalten soll ein Moment sein, den man verstärken kann, um das Verhalten modifizieren und kontrollieren zu können. Hört sich schlüssig an und ist für jemanden, der Hunde hält, durchaus reizvoll.

Wer will schon mit dem geliebten Familienmitglied schimpfen? Wer findet es schon toll, wenn der Hund einen mit diesen großen traurigen Augen ansieht und sich auf seine Decke verzieht? Wer möchte nicht nur lieb zu seinem treuen Vierbeiner sein?

In der ” Modernen Hundeerziehung” hat man mit Aussagen zu tun, die sich schlicht und ergreifend auch widersprechen. Studien widersprechen sich. Experimente widersprechen sich und die Aussagen der Theoretiker widersprechen sich. Nun würde man sich von diesem Punkt aus wünschen, dass offen gelegt würde, welche moderne Erkenntnisse aus der Wissenschaft, die Basis für diese moderne Hundeerziehung nun die Grundlage bildet.

Nur etwas als Wissenschaft zu bezeichnen, ist noch lange keine seriöse Wissenschaft.

Im Grunde genommen wird letzten Endes immer wieder auf die Theorien der Operanten und klassischen Konditionierung verwiesen. Nun sind die Theorien 100 beziehungsweise 50 Jahre alt. Kann man das ernsthaft als „neue wissenschaftliche Erkenntnisse“ bezeichnen?

Interessant ist in diesem Zusammenhang die völlige Negierung von Studien, Beobachtungen und Experimenten, die einen völligen Gegensatz zu dem bilden, was diese Leute eigentlich propagieren. Zur Erklärung: Meide- und Stressverhalten wird in der modernen Hundeerziehung nicht mehr gerne gesehen. Der Hund fühlt sich offenbar ja „schlecht“ und das möchte man nicht. Somit soll er auch bloß nie in die Bedrängnis kommen zu „beschwichtigen“.

Da denke man an die Beobachtungen von Bloch, der bei seiner Studie an verwilderten Haushunden gut zeigen konnte, dass so manches „Beschwichtigungssignal“ in den meisten Fällen einfach eine normale Geste ist, die gar nicht so häufig in der Kommunikation gezeigt wird.

Ein gähnender Hund ist eben häufig auch nur ein müder Hund. Oder man denke an die Studie, bei der man heraus gefunden hat, dass ein Hund, der über Teletak und Stachelhalsband ein Abbruchsignal lernt, weniger Stress hat, als ein Hund der es nur positiv aufgebaut bekommen hat.

Das mag dir komisch vorkommen, es ist aber so.

Vergleich der Stressauswirkungen anhand von
Speichelcortisolwerten und der Lerneffekte von drei
Ausbildungsmethoden bei Polizeidiensthunden

Wie erklären wir uns das?

Ihr kennt es alle und wenn wir euch das am menschlichen Beispiel verdeutlichen wisst ihr sofort was gemeint ist.

Also gehen wir zurück in die Situation in der Kevin die Jacqueline haut. Warum auch immer! Was würdet ihr tun? Ihr geht nicht hin und gebt Kevin auch keinen Bonbon. Ihr meckert, zeigt euren Unmut über diese Aktion. Punkt. Kevin kann aus der Erfahrung lernen und wird es nicht wieder tuen.

Wenn ihr wüsstet, das Kevin sein Spielzeug verteidigen würde bis aufs Blut, würdet ihr mit Kevin und Jacqueline vielleicht eher Schwimmen gehen, als den besagten Eimer ins Spiel bringen (der einen Ball darstellte). Das ist auch eine Möglichkeit, die oftmals super funktioniert, aber keine Lernerfahrung bietet.

Die Dritte Möglichkeit wäre Kevins Spielzeug uninteressanter werden zu lassen, das wäre Bestechung und funktioniert nicht immer. Zumal wenn das Spielzeug für Kevin das High-End-Spielzeug ist.

Es gibt viele Lernmethoden und man muss je nach Situation abwägen, welche angemessen ist. Sollte man keinen Weg finden hilft in den meisten Fällen ein Hundetrainer.

Wie aber setzten wir das bei unseren Hunden um?

Jeder kennt den knabbernden Welpen, viele lassen sich sogar unter Qualen von den spitzen Zähnchen ewig und unter Schmerzen beißen. Es ist ja so süss!

“NEIN!”

Bringt dem Hund euren Unmut bei. Zeigt ihm, dass er euch verdammt nochmal weh tut. Ein lautes: “NEIN!” und den Welpen in den Hinterschenkel zwicken, hat noch keinem Welpen geschadet. Er lernt dann, dass er vorsichtig zu sein hat. Ja, er quickt. Ja, habt ihr auch oder tat er euch nicht weh?

Wenn euer Hund zum wiederholten male eure Schuhe klaut. Sowie ihr ihn dabei erwischt ein “Nein!”. Sollte er euch dann zum Xten mal ignorieren. Nehmt eine leere Plastikflasche und werft die über seinen Kopf an die nächste Wand, das er sich so richtig erschreckt und ruft:”Nein!” Nehmt ihm dann den Schuh ab. Zeigt euren Unmut!

Wenn der Hund nicht verstehen will, dass seine Nase nichts auf dem Tisch zu suchen hat. Macht ne Faust, haut auf den Tisch und ruft: “Nein!” Euer Hund wird nicht daran sterben, er wird sich erschrecken, ja na und?

Damit euer Hund euch versteht darf er nicht in Watte gebauscht werden. Er muss auch wissen, wann euch etwas wichtig ist. Wann ihr es ernst meint. Und den Unterschied in der Tonlage, dass können wir euch garantieren, kann ein Hund hören, der sein Herrchen für voll nimmt.

Ihr sollt eure Hunde nicht vermöbeln! Aber einen Hund der andere Hunde anpöbelt mit einer Wasserfalsche nass zu machen ist absolut legitim.

Jedoch in der “Modernen Hundeerziehung” so wie sie propagiert wird, würde wahrscheinlich auch noch ein: “Nein!” folgen und dann gewartet werden bis der beißende Welpe aufhört zu beißen um ihm dann ein Leckerli zu geben. Na, Prost Mahlzeit! Damit können wir nicht warm werden

Nachwort:

Dieser Beitrag ist eine Zusammenfassung aller unsere Autoren / Helfer / Supporter. Wir sind für gewaltfreie Hundeerziehung, aber die “Moderne Hundeerziehung” wie sie propagiert wird, hat aus unserer Erfahrung kein Fundament.

MAN DARF SEINEM HUND NEIN SAGEN UND MUSS DEN HUND NICHT DAUER BESTECHEN!

Wir befürworten definitiv nicht, dass wir Hunde die uns oder andere Hunde beißen, nachdem sie aufhören noch mit einem Leckerli fürs aufhören belohnt werden.

“Nein!”


Der Hundetrainer von dem Youtube-Kanal Stadtfelle erklärt es super.

Wir sehen es genau so

Man kann sehen wie viel Angst selbst Hundetrainer im Lauf der Zeit entwickelt hat über dieses Thema zu sprechen. Wir wollen reden und finden das Thema wichtig und sind froh, dass dieser Trainer es nochmal genauer erklärt.

TGH 90 : Gewaltfreies Hundetraining - Hundeschule Stadtfelle - Hundeerziehung

Was haltet ihr von dem Thema? Schreibt uns doch ein Kommentar, wir freuen uns auf eure Meinung.

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