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Ressourcen vom Hund verstehen

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Um zu verstehen was die Ressourcen vom Hund sind, muss man als erstes akzeptieren, dass es sie gibt. Domestizierte Haushunde zeigen kein Wolfsrudel verhalten, wenn es um Ressourcen geht. Wölfe teilen und denken im Rudel, Hunde nicht. Hunde sind Egoisten, sie leben seid Jahrhunderten von der Nahrung die wir ihnen als Menschen zukommen lassen. Ein Mitesser ist also ein Rivale, während ein anderer Wolf im Rudel jagt und folglich für das Rudel lebensnotwendig ist. Eine Ressource ist also alles was das Tier zum leben braucht und ein Hund teilt dies nicht gerne mit seiner Umwelt. Dazu kannst du dir dieses Video ansehen.

Quelle: Hund und Wolf: ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Die vier Ressourcen

Die erste Ressource nennen wir einfach mal “Radius um den Hund“, diese Ressource kann alles sein. Ein Stock, eine gut riechende Ecke, selbst ein Hundehaufen der gerade beschnüffelt werden will.

Es kann für uns eine vielleicht nicht gleich ersichtliche Ressource sein. Aber zeigt der Hund Interesse an einer Ecke, hat er quasi eine Ressource entdeckt. Einen Stock im Mund oder anderes. Er sieht es als seine Ressource. Punkt.

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Blau markiert der Radius um den Hund

Die zweite Ressource ist das Futter und für manche auch das Spielzeug, was ihm Überlebens-wichtig erscheint. Ist ja auch nachzuvollziehen, er jagt nicht selbst und er versorgt sich nicht selbst. Er weiß nicht wann er das nächste mal Futter findet oder gefüttert wird.

Das Spielzeug nutzen viele Halter als Belobigung zum spielen und somit schüttet es soviel Glückshormone aus, dass es wie bei einem Drogensüchtigen (leider muss man das so erklären) die Hormonausschüttung im Gehirn des Hundes dazu bringt es zu vergöttern. Bei Beispielsweise dem Ball, der selbst belohnend den Jagdtrieb stärkt, sieht man das noch mehr.

Rumwerfen von Ressource, wenn viele Hunde da sind, ist deshalb auch sehr problematisch.

Die dritte Ressource ist die Familie mit Haus und Hof. Nur in diesem Rudel kann der Hund überleben, damit ist dies natürlich die wichtigste Ressource. Manch Hund hat früher dies besonders stark bewertet und daraus wurden z.B. die Schutzhunde gezüchtet (Hunde mit der zweiten, stark ausgeprägten Favorisierung, sind die gezüchteten Jagdhunde).

Der Hund ist der treueste Gefährte, weil er euch nicht nur liebt, sondern auch schlicht weg braucht. Ihr seid für sein Überleben zuständig und selbst wenn ihr ihn nie streicheln, ihn nie loben würdet, würde er über die Futtergabe euch als eine beschützbare Ressource sehen.

Natürlich braucht ein Hund zusätzlich Liebe, Zuwendung und Pflege, es geht nur um das Verständnis der Ressource.

Die vierte Ressource kann auch ein anderer Hund (insofern er im Radius ist zum spielen) oder eine läufige Hündin sein. Sexualverhalten ist nicht mit schlechter Sozialisierung zu vergleichen. Bei der läufigen Hündin geht es um die Reproduktion und somit ist sie für den Artbestand im Urinstinkt natürlich lebensnotwendig.

In der sozialen Interaktion zwischen Hunden spielen darüber hinaus auch Rangordnung, Alter, Höflichkeit, Angst und andere Dinge eine Rolle, ob zwei Hunde sich verstehen oder nicht. Jedoch kann ein Spielgefährte auch zu der Spiel-Ressource werden, Glückshormone spielen wieder die entscheidende Rolle, die der Hund dann vehement verteidigt.

Dies ist der Grund warum es immer besser ist, darauf zu achten, dass dritte Hunde nicht in ein gerade laufendes Zweierspiel, zweier Hunde, dazu kommen sollten.

Ruft eure Hunde dann einfach ab. Löst sich das Spiel auf könnt ihr euren Hund zu den anderen beiden dazu kommen lassen. Wundert euch aber nicht, sollte einer der Hunde euren Hund blocken, denn dann ist der Spielpartner für ihn eine wichtige Ressource und das hat euer Hund einfach zu akzeptieren.

Jetzt packen wir mal das Erlernte zusammen:

Das bedeutet, dass ein jeder Hund Ressourcen für sich sieht. Die Ressource wird verteidigt, wenn der Hund sie bedroht sieht. Wir alle finden es toll, wenn ein Hund seinen Besitzer in einer Notsituation rettet oder verteidigt. Blöd finden wir, wenn ein Hund knurrt, wenn es um sein Futter geht.

Wir dürfen nicht vergessen:

  1. Ein Hund ist egoistisch, nicht wie ein Wolf der im Rudel denkt.
  2. Er sieht Ressourcen als lebensnotwendig an.
  3. Welche die wichtigste Ressource ist je nach Hund und Situation unterschiedlich.
  4. Ein Hund lebt im Moment.

Sollte man meinen man kann das alles ignorieren, kann es sogar richtig gefährlich werden.

Wird ein Hund sich gezwungen sehen seine Ressource verteidigen zu müssen, wird er das instinktiv tun.

Dazu hat er natürlich viele Verhaltensmöglichkeiten vom einfachen Knurren bis hin zum Angriff.

Übergeht das Knurren nicht, nehmt es war und überlegt wie ihr ihm die Wichtigkeit der Sache nehmen könnt. Sollte er sein Fressnapf verteidigen bietet im besseres Futter aus der Hand an. Ist er stark Jagend besucht ein Antijagdtraining. Es gibt viele Alternativen.

Es gehört zum Hund sein, wie sein Fell!

Das zwei Hunde sich wegen einem Stock in die Haare bekommen können ist normal. Macht euch deswegen nicht verrückt, es kann passieren, es muss aber nicht passieren. Ihr könnt nicht Hellsehen und nur weil Hund A einen Stock toll findet und Hund B auf ihn zugeht um zu gucken, muss das auch nicht unbedingt einen Streit auslösen.

Wir machen euch lediglich darauf aufmerksam, dass es das kann. Wenn ihr euren Hund öfter beobachtet, wisst ihr schnell was ihm sehr wichtig ist.

Wenn ihr auf diesen Text klickt seht ihr ein englischen Video. Es geht um Straßenhunde und es zeigt wie es ablaufen würden, wenn eine läufige Hündin als Ressource verteidigt werden würde. Ihr werdet sehen wie viel und wie gedroht wird und das es blutig oder unblutig ausgehen kann.

Ihr könnte Krach zwischen zwei Hunden wegen einer Ressource nie ganz ausschließen.

Es sind Hunde und demnach kann es zwischen zwei Hunden aus unvorhersehbaren Gründen immer zu Krach kommen.

Ressourcen können, aber müssen dabei nicht das Problem gewesen sein. Sozialisiert eure Hunde und sollte es zum Kampf kommen hier ein Video zum lösen eines Hundekampfes.

Sollte euer Hund euch anknurren, bitte zieht einen Hundetrainer zu rate. Lasst das Problem nicht auf sich beruhen, arbeitet sofort da dran.


Auch wenn das alles sich ganz dramatisch anhört, bitten wir euch:

Bitte lasst eure Hunde auch Hunde sein. Schaut bitte genau hin, ob wirklich ein Aggressionsverhalten besteht oder ihr nicht vielleicht überreagiert. Es ist wirklich nichts außergewöhliches, wenn zwei Hunde sich raufen. In den meisten Fällen folgt ein Kommentkampf und keine echte Keilerei auf Leben und Tot.

Informiert euch bevor ihr vorverurteilt. Denkt auch bitte daran, dass es auch mal sein kann, dass zwei Hunde sich einfach nicht leiden können. Das ist tragisch, ist dann aber so.


Möchtet ihr alles über einen Kommentkampf wissen, dann schreibt uns das als Kommentar und wir werden es als nächstes thematisieren.

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